Zurueck zum Herzen Die Familie der Riesen

Die Talschaften am Frühlingspfad, Domäne des Fynn Cwmachdod ra Mortael,
das ist Starkhand von Calan, Herr von Himmelswehr
 

Geleit
Land
Volk
Adel
Wappen
Weistum
Dank

Der Name "Calan" ist möglicherweise Überrest einer älteren Geschichte. Als die Völker der Gothori und Thuatha Ageniron in Besitz nahmen, trafen sie inmitten der Gebirge auf Menschen, die seit grauer Vorzeit dort lebten. Die Sprache und die Überlieferung dieses Volkes sind fast zur Gänze verlorengegangen; seine Menschen wurden von den Zuzüglern überwältigt und vermischten sich mit ihnen.
    Die Sagen und Märchen dieses Volkes überlebten. Dort wird von "Kalann Baran" oder auch "Kelann Bauran" gesprochen. Gedeutet wird der Name als "Familie der Riesen" - "Calan" ist davon womöglich eine abgeschliffene Lautmalerei, aber auch der Name des altclanthonischen Herzogtums "Lambar" läßt sich darauf zurückführen.
    Thuathische Siedler benannten die höchste Bergkette im Süd und Wes "Llancarfan", was sich grob als "Clan der Ahnen" übersetzen und auf die mythischen Riesen schließen läßt - die Deutung "Cawr" statt "Car" würde auf einen Bezug zur Lage des Gebirges inmitten Agenirons hinweisen. Die Berge im Nor und Est wurden "Llanbadaran" genannt - die thuathischen Wurzeln "Bedd" (Grab) und "Adar" (Vogel) könnten sich auf Sagenmotive beziehen. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, daß auch "Llanbadaran" eine abgeschliffene Lautmalerei eines älteren Namens darstellt.

Clanthon 1020 nach Kreos

Die hiesige Geschichtsschreibung erkennt in Calan eines der sechs altclanthonischen Länder - mit dem Stammesherzogtum der Sueben als Vorläufer -, die übrigen sind das Gebirgsland Lambar, das Hochland Sengor (im Kern das heutige Caswallon), das Küstenland Ganter im Ydd, sowie die Tiefländer Tandor und Sambur (das neue Clanthon). In thuathischen Begriffen entspricht Calan dem Hochland von Tir Cladhainn sowie den Gebirgen, die teilweise Tir Cladhainn und Tir Laighainn zugehörig sind.
    In heutiger Zeit bezeichnet die gothorischsprachige Bevölkerung Tir Laighainns mit "Calan" ein wesentlich kleineres Gebiet, nämlich das Frühlingspfad genannte Tal von der clanthonischen Grenze bis zum Paß der Riesen samt den darein mündenden Seitentälern - diese Einordnung müssen die neuen clanthonischen Machthaber im Sinn gehabt haben, als sie die Grenzen des in Tir Thuatha liegenden, "Markgrafschaft" genannten Lehens Calan auf ihren Karten festlegten.

Das Leben in Calan wird vom rauhen Gebirgsklima mit seinen Naturgewalten geprägt. Gleichwohl sorgt der nach Mir und Süd offene Frühlingspfad dafür, daß das Frühjahr zeitig beginnt. Im Herbst bleibt der Talgrund lange frostfrei, weil die kalte Luft der Berge immer ein offenes Tor findet, durch das sie entweichen kann. Die hohen Bergketten schirmen den Frühlingspfad nach Nor und Süd ab; das Klima im Bereich des Frühlingspfades selbst ist überraschend warm und trocken - so trocken, daß viel Kunstfertigkeit darauf verwandt wurde, ein umfangreiches Bewässerungssystem (die Waale) einzurichten und zu pflegen.
    Calan lebt von Almwirtschaft (Ziegen, Schafe und Rinder) und Ackerbau (Getreide wird bis in die Hochlagen angebaut), doch am Frühlingspfad bestimmen Obsthaine das Bild, selbst Wein findet sich im Untertal. Die nach Süd gerichteten Hänge (der Sonnenberg) sind schon seit langem abgeholzt und muten an wie die Karste wärmerer Gegenden. Die norwärts gerichteten Hänge (Nörsberg genannt) sind von Wäldern bedeckt. Stellenweise erblickt der Betrachter Unvermutetes: so finden sich in den mittleren Lagen des steilen Martelltales unverhofft große Flächen, auf denen wärmeliebendes Obst und Gemüse gedeiht - darüber türmen sich die Eismassen des Kevedal und seiner Nachbargipfel.

Reisende von Andelkrag haben nicht sofort das Gefühl, eine der ältesten und wichtigsten Straßen durch das Gebirge zu betreten, denn es erwartet sie eine feindselige - wenn auch reich mit Apfelbäumen bestandene - Steilstufe (links der Grampian, rechts oberhalb die Wehren von Natz). Der Weg bis zu den Festen von Mall (thuath.: Malaicalch) und Burgls - über die eindrucksvoll in den Talgrund eingeschichteten Muren - ist angenehm; dann erst folgt der - vergleichsweise leichte - Aufstieg zum Riesenpaß.
    Eindrucksvoller ist der Weg, wenn das Ziel Clanthon heißt: Auf der Höhe des Passes stehend, schweift der Blick nach Süd, geradenwegs das Rambachtal hinauf, an dessen Ende sich Ortela aufbaut, die Mutter der Riesen, zu ihrer Linken der König. Da reiht sich Ferner an Ferner und an einem strahlendblauen Sommertag ist der Blick darauf schier unerträglich.

Dies ist alles, was die Menschen gothorischer Zunge heute noch als Calan bezeichnen, denn das ist der Kern ihres Rückzugsgebietes: grüne Täler, eisige Gipfel. Calan - im Herzen von Ageniron.


Die Karte des Frühlingspfades

Landkarte Fruehlingspfad

 

Der Frühlingspfad schwenkt oberhalb der Karte nach Wes und folgt dem Intschbogen, der sich gen Nor auf die Paßhöhe zubewegt. Dabei werden auch Gebiete erainnischer Grundherren durchquert. Entlang dieser Straße gibt es eine Reihe von Burgen und Wehranlagen, die Starkhands Befehl unterstehen, so Hochnatz (zur Rechten) und Dornburg (zur Linken, hinter dem Grampian). Daneben gibt es zur Grenzsicherung von seinem Befehl unabhängige Einheiten der von den Cladhinn gestellten Flatha Thuatha um Parzinn und Natz.
    Der Verkehr wird überwacht; es ist jederzeit möglich, auf calanische Streifen, rauflustige Laighinn-Ritter oder Cladhinn-Posten zu stoßen. Häufig sind alltägliche Begegnungen mit calanischen und laighinnschen Marktfahrern; den größten Teil des Paßverkehrs machen die Clanthonier aus, die zwischen Sambur und Tandor reisen.
    Zölle und sonstige Steuern werden südlich des Passes in Mall/Malaicalch entrichtet. Der zuständige Lehensmann wird "Mallgraf" genannt. Bis auf Widerruf ist der clanthonische Verkehr von Menschen und Waren von und nach Tandor vom Zoll befreit. Dessen ungeachtet wird für Pferde, Wagen und Viehherden ein "Wegepfennig" (eine Maut) von geringer Höhe erhoben.

Was die Karte nicht zeigt:

  • Talschaft In Schnals: oberhalb liegt Katz, Sitz des Ordens "Verkündung der Einheit", dahinter Abzweig zum Pfossengrund.
  • Starkhands Wintersitz ist Haus Calan (früher Burg Goldrain genannt) in Goldrain; dort befindet sich die Verwaltung der Region.
  • Martelltal: im Talschluß liegt Haus Himmelswehr (thuath.: Malainbrys), Stammsitz derer von Calan; im Tal zahlreiche Bergwerke (Gold, Silber, Eisen), deren Betrieb vor langem durch Verträge mit dem Bergkönig der Zwerge geregelt wurde. Zwergenschmiede werden ab und an in Gand und Gerda in der Schmelz gesehen.
  • Einkehren: Gasthöfe finden sich in Parzinn, Natz (Achtung, streitlustige Cladhinn!), Latsch, Goldrain, Schlans, Schlurns und Mall. Größter Ort ist Schlans. Übernachtungsmöglichkeiten für größere Gesellschaften bieten Parzinn, Schlans und Schlurns.
  • Rambachtal: hinter Taufers liegen Silberbergwerke, dahinter der Fuornpass, einer der Wege nach Indarn (erainn.: Indairne, thuath.: Yndairne).
  • Talschaften im Nor: Schlanaun (ausgehend von Schlans), Matsch (von Schlurns), Panei, Langgrund (von der Paßstraße auf der Karte nach Est).
  • Talschaften im Süd: Gofelan und Laasa (Marmorbrüche), Sulda (von Taufers ins Dafeu oder zum König), Reuen (vom Paß oder von Burgls).
  • Die erkennbar stärkste Befestigung bildet in der oberen Talweite das Dreieck Lichtberg-Churbs-Feste Glurns mit Zwischenwerken in der Ebene. Besonders auffällig die Häufung sehr alter, jedoch mäßig wehrhafter Burgen um Goldrain: Schönburg, dahinter der Riegel Astaberg-Goldrain-Unterberg-Oberberg, wobei Oberberg nur deshalb gebaut wurde, weil ein Teil von Unterberg wegen Murenabgangs aufgegeben werden mußte.


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