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Lorenz von Taufers

Herr von Rambachtal
 
 
Geleit
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Volk
Adel
Wappen
Weistum
Dank

Lorenz von Taufers wird im Jahre 1537 n.d.S. (2037 n.Kr.) in der Herrschaft Rambachtal geboren. Er ist der Sohn des Brun und gebietet über das Rambachtal, das bei Glurns gen Wes vom Frühlingspfad abzweigt, und alle zugehörigen Seitentäler, in denen zahlreiche Silberminen zu finden sind.
    Lorenz ist ein großer, drahtiger und kräftiger Mann mit einem sonnengegerbten Gesicht voller Fältchen und einem wirren, braunen Haarschopf. Er ist ein gefürchteter Ritter und von aufbrausendem Gemüt. Selten sieht man ihn lächeln. Seine Gunst gilt zuerst der eigenen Verwandtschaft; er achtet die Machtverhältnisse in den Tälern, solange er sie nicht zu seinen Gunsten ändern kann. Doch obwohl er selbstsüchtig ist, würde er die Treue zum eigenen Volk niemals verraten.
    Er ist der Herr über die älteste, größte und reichste Gothorisippe in Calan, die Tauferer, die die Speerspitze der suebischen Besiedlung Calans bildeten, noch bevor Clanthon in die Geschichte eintrat. Die Tauferer stellten in dieser Vorzeit die Herzöge des Suebenstammes und machten den Cladhinn den Siedlungsgrund streitig, wobei sie sich als findiger in der Urbarmachung hoher und höchster Lagen erwiesen. Sie waren auch die treibende Kraft bei der Verdrängung der Chauda, die beinahe ausgerottet worden wären – diese Untaten wurden bis heute überliefert und von den Chauda nicht vergessen.
    Lorenz blickt geringschätzig auf Angehörige anderer Völker herab. Er haßt die Chauda und verachtet die Thuatha, die er nicht nur im Scherz "Fellträger" schmäht. Mit Erainnern hat er nur der Nachbarschaft wegen notgedrungenen Umgang. Kein böses Wort verliert er über die Zwerge, alle Verträge mit dem Bergkönig werden getreu der Überlieferung eingehalten, doch er liebt die Unterweltler nicht.
    Große Verdienste hat er sich seit Ende der Finsternis bei der Verfolgung und Ausrottung finsterer Geschöpfe erworben; geht es nicht gegen diese, so jagt er unmäßig, was in seinen Wäldern lebt.

Im Jahre 1556 n.d.S. wohnt Lorenz der Hausweih seiner damals 14jährigen Base Adelheid von Nieder-Reichenbach bei, die mit dem 16jährigen Starkhand von Calan vermählt wird, um ein Band zwischen den verfeindeten Häusern zu knüpfen – dem war beredte Vermittlungsarbeit durch Wolfmut von Calan vorausgegangen. Lorenz gerät in Streit mit Starkhand und schlägt ihn im Verlauf der Feierlichkeiten nieder. Es ist ein offenes Geheimnis, daß er die Verwandte liebt und für sich begehrt.
    Acht Jahre später stirbt Adelheid an einem Fieber und Lorenz läßt die jugendlichen Kriegerscharen der Tauferer auf Starkhands Pfründe los, nach dem Brauch der Vorväter mit Perchten maskiert, schrecklichen Holzfratzen, die Angst und Schrecken verbreiten sollen.
    Im Frühjahr des Jahres 1565 n.d.S. kommt es zu offenen Kämpfen zwischen den Tauferern und einem von Starkhand angeführten buntgemischetn Bündnisheer bei Glurns. Die Tauferer werden überwältigt, ihre Pfründe auf Rambachtal beschränkt, Brun wird entmachtet, sein Sohn Lorenz auf Monate in Ketten gelegt, bis daß alle Schäden beglichen seien.
    Seidem herrscht Friede zwischen Taufers und Himmelswehr. Der Versuch, im Jahre 1579 n.d.S. Lorenz' Sohn mit Starkhands Tochter Adelmut zu vermählen, scheitert jedoch an Adelmuts Widerstand. Die Kämpfe zwischen Lorenz und Starkhand bleiben in den letzten Jahren auf Wortgefechte beschränkt.


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